Bis zur Gründung 1919

Schon längst vor dem eigentlichen Gründungsjahr 1919 war das Fußballspiel in Birkenfeld bekannt und beliebt geworden. Es waren ausgerechnet Gymnasiasten, die das Spiel und seine Ideen von auswärts nach Birkenfeld brachten. Die Chronik weiß zu berichten, dass die durch eine gleiche Idee zusammengeschlossene Mannschaft aus Gymnasiasten und Birkenfelder Jungen Spiele gegen etablierte Nachbarvereine ausgetragen hat, die wir heute als sogenannte Derbys bezeichnen würden. Aber diese Spiele wurden gewonnen und die Begeisterung für den Fußballsport stieg in ungeahnte Höhen.
Der Ausbruch des ersten Weltkrieges verhinderte die damals beabsichtigte Gründung des Vereins. Die einmal geweckte Begeisterung hatte über die Kriegszeit hinaus bestanden und die Männer, die schon vor dem Krieg den Verein gründen wollten, schritten nun zur Tat.

1919 – 1921 Gründung und die ersten Jahre

Am 14. Juni 1919 um 20:00 Uhr wurde im Gasthaus „Zur Krone“ durch Herrn Emil Nagel eine Versammlung eröffnet, die vorher durch die französische Militärverwaltung in Birkenfeld ausdrücklich genehmigt worden war. Diese Versammlung nannte sich stolz Generalversammlung des Sport-Clubs Birkenfeld, dauerte 75 Minuten und muss als Gründungsversammlung angesehen werden. Das denkwürdige Protokoll über diese Sitzung kann gleichzeitig als 1. Satzung angesehen werden, in der alle für einen sporttreibenden Verein wichtige Fragen geregelt wurde. Gustav Herrmann wurde 1. und Otto Schmidt 2. Vorsitzender. Die Kassenführung übernahm Otto Pabst, die Schriftführung lag bei Karl Fillmann und Julius Bleicker wirkte als Beisitzer. 20 der Anwesenden traten dem neu gegründeten Verein bei und unter diesen ersten 20 Mitgliedern sind einige Namen zu finden, die bis heute mit Stolz und Ehrfurcht genannt werden, da sie sich gerade in den ersten Jahren als überaus eifrige und der Sache zutiefst verbundene Mitglieder fühlten und tätig waren.
Die ersten Versammlungen waren ausnahmslos Generalversammlungen, an denen alle Mitglieder teilzunehmen berechtigt waren. Ganz erheblich waren die Bemühungen und Anstrengungen, dem jungen Fußball-Club eine feste Grundlage zu geben. Häufig wurden durch Wahlen Ergänzungen im Vorstand vorgenommen, es traten verschiedene Wechsel auf den verschiedensten Posten ein, es waren aber immer dieselben Sportkameraden, die um der Sache willen, wichtige und entscheidende Aufgaben übernahmen. Man muss sich der Schwierigkeiten bewusst sein, die der Gründung eines Vereins entgegen traten, der ausschließlich Fußballspiel betreiben und fördern wollte.
Wenn man heute in die Geschichte des Deutschen Fußballbundes hineinblickt, stellt man sehr leicht fest, dass nur sehr wenige Vereine in der Zeit zwischen 1848 und 1920 gegründet worden sind. Viele in dieser Zeit vorgenommene Neugründungen hatten keinen Bestand oder schlossen sich den damals schon zahlreichen Turnvereinen an. Erst in viel späteren Jahren, etwa um 1930 herum, wurde Fußball „gesellschaftsfähig“ und zählt bis heute zu den Kampfspielen, die sich über die ganze Erde verbreitet haben. So kann heute auch mit Genugtuung festgestellt werden, dass die Gegensätze zwischen den im Deutschen Turnerbund zusammengeschlossenen Fußballvereinen geschwunden sind und sich beide Verbände gegenseitig voll anerkennen und sich auch gegenseitig unterstützen.
Auch in Birkenfeld wurde die Frage einer Vereinigung von Turnverein und Sport-Club ernsthaft erwogen und schließlich auch am 17. März 1920 durchgeführt. Die Vereinigung der beiden Birkenfelder sporttreibenden Vereine verlief durchaus ehrenvoll. Der bisherige Vorsitzende des Sport-Clubs Birkenfeld, Walter Schneider, wurde Ehrenmitglied des neu gegründeten Turn- und Sportvereins Birkenfeld e.V., der ehemalige Turnverein stellte den Ersten Vorsitzenden mit Albert Zorn und Otto Schmidt vom ehemaligen SCB wurde Zweiter Vorsitzender und gleichzeitig Spielwart. Die sicherlich in bester Absicht von verantwortungsbewussten Mitgliedern beider Vereine vollzogene Fusion hatte keinen langen Bestand. Es zeigten sich doch bald sehr deutliche Auffassungsunterschiede, die zunächst kleine Gegensätze immer stärker hervortreten ließen. Auch kostete der Spielbetrieb der Fußballabteilung des Vereins manchen Groschen, den die Nichtfußballer lieber für andere Zwecke ausgegeben hätten. Die Trennungsverhandlungen verliefen recht fair. Das gemeinsam verwaltete Vermögen wurde redlich geteilt und vom Oktober 1921 an wurde der Turn-und Sportverein wieder getrennt in Turnverein und Sport-Club Birkenfeld. Die Trennung nach einer kurzen Zeit des Zusammengehens war sicherlich notwendig und hatte den beiden Birkenfelder Vereinen keinen Schaden zugefügt. Im Laufe der Jahre hat auch zwischen dem Sport-Club und dem Turnverein Birkenfeld ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis bestanden, das sich auch bis auf den heutigen Tag darin zeigt, dass viele Birkenfelder Bürger Mitglied in beiden Vereinen sind.

1922 – 1925 – Der SCB und der FC 07 Idar

Der SCB führte nun wieder sein Eigenleben. Er hatte sich als Verein konsolidiert und auch seinen festen Platz im Süddeutschen Fußballverband, dem er damals regional zugeteilt war. Dieser Süddeutsche Fußballverband spielte im deutschen Fußball eine beachtliche Rolle. Vereine wie der Karlsruher SC, der 1. FC Nürnberg, der FC Saarbrücken, Borussia Neunkirchen und Kickers Offenbach hatten in allen deutschen Landesteilen einen überaus geachteten Ruf und zu dieser Reihe namhafter Vereine muss auch der FC 07 Idar gezählt werden. Es ist bemerkenswert, dass der SC Birkenfeld immer wieder und zwar mit Erfolg die Begegnungen mit den Mannschaften gerade des Idarer Vereins gesucht und gefunden hat. Zwar konnten wegen des Klassenunterschiedes keine Meisterschaftsspiele ausgetragen werden, doch fanden sehr häufig freundschaftliche Begegnungen zwischen den Mannschaften beider Vereine statt. Die Spielergebnisse waren für die jungen Spieler des SC Birkenfeld durchaus schmeichelhaft, es gelang sogar hin und wieder, sauber herausgespielte Siege gegen den großen Gegner zu erringen. Aus diesen Begegnungen der zwanziger Jahre hat sich ein gutes Freundschaftsverhältnis gerade zwischen dem SC Birkenfeld und dem FC 07 Idar gebildet.
Der FC 07 Idar war in den ersten Zeiten des jungen SC Birkenfeld so etwas wie das Leitbild, das den jungen Verein und seine Spieler immer wieder zu neuen Taten ermunterte. So ja auch vom FC07 Idar die Idee, in Birkenfeld das Hockeyspiel für die Damen einzuführen. Dieses Spiel, das bei dem Idarer Verein heute noch betrieben wird, fand bei den Birkenfelder Damen eine begeisterte Aufnahme. Eine Damen-Hockeyabteilung wurde dem SCB angeschlossen und hat unter Führung von Marta Bohrer, trainiert von dem Trainer des FC 07 Idar, recht nette Erfolge erzielt. Diese Abteilung bestand immerhin bis in die dreißiger Jahre hinein, ging dann allerdings ein, wozu auch die politische Entwicklung beitrug.
Auch zu anderen Vereinen suchte der Sport-Club Birkenfeld ein gutes Verhältnis. So war es teilweise „Die Deutsche Jugendkraft“ mit der der SC Birkenfeld gemeinsame Interessen hatte und einen gut nachbarlichen Verkehr führte.
Die Klassenabteilung in den zwanziger Jahren innerhalb des Süddeutschen Fußballverbandes ist heute längst überholt und kaum noch bekannt. Kleinere Vereine spielten in der B-Klasse und konnten in die A-Klasse aufrücken. Die Bezirksliga war für kleinere Vereine ein fast unerreichbares Ziel, während die Liga nur den ganz großen Traditionsvereinen vorbehalten blieb. Im Vergleich zu heute entsprach die damalige B-Klasse in etwa der heutigen 2. Amateurliga, während die A-Klasse mit der 1. Amateurliga gleichzusetzen wäre. Der Bezirksliga würde die heutige Regionalliga entsprechen, während die damalige Liga ihre Spitzenvereine in der heutigen Bundesliga wiederfindet. Die Mannschaft des SC Birkenfeld spielte in der B-Klasse, schaffte aber auch im Jahre 1925 den Aufstieg in die A-Klasse, wo sie mit den heute im Nahetal bekannten Mannschaften der Städte Idar-Oberstein, Sobernheim, Kreuznach und Kirn spielte.

1926- 1938 – Spaltung des Klubs, Wirtschaftskrise und Sportplatzplanungen

Ein heute wirklich der Vergangenheit zugehöriges Ereignis erschütterte gegen Ende der zwanziger Jahre unseren Sport-Club. Aus den Reihen der Mitglieder des Sport-Clubs heraus bildete sich ein zweiter Fußballverein innerhalb der Stadt Birkenfeld, der sein Zentrum in dem Stadtteil Burg Birkenfeld fand. Mancherlei Unstimmigkeiten vor allen Dingen bei den Spielern der aktiven Mannschaften führten zu dieser Spaltung, die zwar schmerzlich war, aber letztlich den Zusammenhalt innerhalb des SC Birkenfeld nicht gefährden konnte. Zwar nahm der zahlenmäßig sehr schwache neue Verein am Spielbetrieb teil, doch blieb der Versuch einer Neugründung letztlich ohne bleibenden Erfolg. Nach sehr kurzer Zeit schon löste sich dieser zweite Verein wieder auf, die vorübergehend ausgeschiedenen Spieler und Mitglieder kehrten zu ihrem Stammverein zurück. Zwar wurde noch lange über dieses Ereignis gesprochen, und sicherlich hat es auch einige Wunden geschlagen, die jedoch heute völlig vernarbt sind und die Einheit des Sport-Clubs in keiner Weise mehr belasten.
Dem nun wieder verstärkten Verein war eine große Aufgabe gestellt: Es musste ein ordentliches und jederzeit spielfähiges Gelände besorgt werden, auf dem die Meisterschafts- und Freundschaftsspiele regelrecht ausgetragen werden konnten. Ein Spielgelände mit zwei Plätzen an der Brückener Straße war von jeher sowohl von der „Deutschen Jugendkraft“ als auch vom Sport-Club benutzt worden. Das Gelände befand sich im Eigentum der Stadt Birkenfeld und wurde den Vereinen kostenlos überlassen. Der Sport-Club Birkenfeld hat das ihm zugewiesene Spielfeld in mühevoller Arbeit und unter starkem persönlichem Einsatz aus einer Spielwiese in ein allen Anforderungen gerechtes Sportplatzgelände umgestaltet. Der bis dahin benutzte Platz wurde mit einer gut funktionierenden Drainage versehen, er wurde mit einem Zaum umgeben und zusätzlich wurde ein Kassenhäuschen errichtet, auf das die Mitglieder besonders stolz waren.
Wie wichtig dieser Einsatz war, hat sich nach dem Krieg sehr deutlich gezeigt. Das Gelände, das in den dreißiger Jahren dem Arbeitsdienst übergeben werden musste und 1937 militärisches Gelände wurde, wurde als wertvolles Sportgelände anerkannt, für das dem Sport-Club Birkenfeld nachträglich eine nicht geringe Entschädigungssumme gezahlt wurde. Zwar fand dieser Ausgleich erst gegen Ende der fünfziger Jahre statt, aber wie dem auch sei, mit der Entschädigungssumme war der Grundstock für den Bau einer Sportanlage auf der Feckweiler Haide gegeben. Die Stadt Birkenfeld hat die Anstrengungen des Sport-Clubs zur Herrichtung des Geländes anerkannt und das bisher ihr gehörende Gelände dem Sport-Club als Eigentum überschrieben.
Neben den Sorgen, die sich der SC Birkenfeld um ein wirklich allen Erfordernissen genügendes Sportplatzgelände machen musste, kamen in den dreißiger Jahren auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, unter denen Mitglieder und Spieler auch auch der gesamte Verein nicht unerheblich zu leiden hatten. Mit der Überwindung der allgemeinen Wirtschaftskrise besserten sich auch die materiellen Grundlagen des Vereins und gleichzeitig konnte die sportliche Leistung, die ihren Tiefpunkt in den Jahren 1931/1932 hatte, wieder gesteigert werden. Die Mannschaften des Vereins, die mehrmals von Abstiegssorgen bedrängt waren, erreichten wieder die früher gewohnten Leistungen und spielten im Nahe-Raum eine recht beachtliche Rolle. Zwar wurden Meisterschaften nicht erreicht, doch war die Einsatzbereitschaft aller, vorbildlich vor allem der Jugendabteilung und Schüler, die sich sportlich sehr eifrig betätigten und unter der langjährigen Führung des Jugendleiters Johann Ott, der schon Mitte der zwanziger Jahre sich dieses Sektors im Vereinsleben in besonderer Weise angenommen hatte, auch recht gute Ergebnisse erzielten. In diesen Jahre erkannte auch die Stadtverwaltung die Notwendigkeit der Errichtung eines Sportgeländes an und versuchte ein solches Gelände, das allen sporttreibenden Vereinen zur Verfügung stehen sollte, zu erschaffen. Zahlreiche Vorbesprechungen führten die Pläne einer Realisierung nahe, doch dann trat das Ereignis ein, das die ganze Welt erschütterte und alles zu zerstören drohte, was in mühevoller Arbeit aufgebaut war.

1939 -1960 – SCB im Zweiten Weltkrieg und danach, Sportplatzbau „Feckweiler Haide“

Im Zweiten Weltkrieg erlahmte die sportliche Betätigung mehr und mehr und kam schließlich ganz zum Stillstand. Das grauenvolle Ende des Zweiten Weltkrieges hatte auch die kleineren Vereine scheinbar restlos zertrümmert. Eine Anknüpfung an frühere Geschehnisse schien restlos ausgeschlossen. Nur bei ganz wenigen Mitgliedern lebte eine Verpflichtung auf, aus den Trümmern heraus einen Neubeginn zu wagen. Es war wieder Johann Ott, der die Initiative ergriff und schon am 16.12. 1945 auch diesmal wieder mit besonderer Erlaubnis der Militärregierung, Möglichkeiten zur Weiterführung des Sport-Clubs Birkenfeld überprüfte. Einige der altbekannten Mitglieder unterstützten dieses Vorhaben und auch Gustav Herrmann stellte sich als Vorsitzender des Spielausschusses wieder zur Verfügung. Es dauerte jedoch noch 1 1/1 Jahre bis am 05.02.1947 die erste Generalversammlung stattfinden konnte. In dieser Zeit erlebte der Sport-Club einen gewaltigen Aufstieg. So wie man überall aufzuräumen und wieder aufzubauen bemüht war, so besann man sich auch beim Sport-Club auf Tradition und Leistung und viele stellten sich dem Wiederaufbau des Vereins zur Verfügung. Sehr bald erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 500 und von diesen 500 Mitgliedern waren 71 Frauen. Erstmalig, leider auch letztmalig, vertragt Liesel Nagel als Beisitzerin die Belange der Frauen im Vorstand, ein Beweis dafür, dass man versuchte, die Arbeit des Sport-Clubs auf eine breitere Grundlage zu stellen. Neben dem traditionellen Fußballspiel sollten für Frauen Handballabteilungen gegründet werden, auch dachte man an die Gründung einer besonderen Frauenabteilung. Schon damals erkannte man, dass in der besonderen Betreuung von Jugendlichen und Schülern eine Garantie für den Fortbestand des Vereins gegeben war und so kümmerte man sich in besonderer Weise um die Jungendmannschaft, die mit allen Mitteln gefördert wurde. Wie richtig dieser Weg war, zeigten im Jahre 1949 die außerordentlichen Erfolge der A-Jugendmannschaft, die den SC Birkenfeld erstmals über die Grenzen des Nahe-Raums bekannt machte. Die Erringung der A-Jugend-Vizemeisterschaft des Fußballverbandes Rheinland war schon ein beachtlicher Erfolg, der in der Vereinsgeschichte dauernd lebendig bleiben wird.
Der ersten Mannschaft gelang im Jahre 1950 der Aufstieg in die Bezirksklasse, in der sich die Mannschaft recht wacker schlug und stets einen beachtlichen und fairen Gegner abgab. Dieser Erfolg war nicht zuletzt auf die vorbildliche Arbeit des damaligen Spielausschussvorsitzenden Otto Schmidt zurückzuführen.
Ungelöst aber war nach wie vor die Platzfrage. Das so mühsam und unter persönlichen Opfern hergerichtete Gelände an der Brückener Straße war endgültig verloren. Um am Spielbetrieb und die dem Verein überhaupt gestellten Aufgaben aufrecht zu erhalten bzw. erledigen zu können, einigten sich der über ein Spielgelände und eine eigene Halle verfügende Turnverein Birkenfeld und der Sport-Club Birkenfeld über eine gemeinsame Benutzung der dem Turnverein gehörenden Anlagen. Rückschauend darf man heute mit Genugtuung feststellen, dass diese Lösung über Jahre hinweg bestanden hat, wenn auch immer wieder Unstimmigkeiten und Misshelligkeiten auftraten, die jedoch in zahlreichen Besprechungen ausgeräumt werden konnten.
Die sportliche Betätigung nahm in der Mitte der fünfziger Jahre einen immer größeren Umfang an. Zeitweise musste für 7 und mehr Mannschaften eine Spielmöglichkeit gesucht werden und außerdem mussten diese vielen Abteilungen ordentlich und fördernd betreut werden. Die Leistungsfähigkeit aller Mannschaften, also der aktiven Mannschaften, der Jugend- und Schülermannschaften stieg stetig an. Bei Pokal-Wettbewerben drangen alle Mannschaften weit vor und vor allem war es die A-Jugendmannschaft, die in ihren Reihen hervorragend veranlagte Spieler hatte, die um Kreis- oder Bezirksmeisterschaft ein ernstes Wort mitzureden hatten. Die Betreuung dieser A-Jugendmannschaft durch die Kameraden Robert Jahn und Günter Eichner zeigte bemerkenswerte Erfolge. Es wurde im Jahre 1957 das Endspiel um die A-Jugendmeisterschaft im Südwestdeutschen Fußballverband, dem der SC Birkenfeld inzwischen zugeteilt worden war, erreich. Dieses Spiel in Oppau wurde allerdings verloren. Auch im Jahre 1959 erreichte die A-Jugendmannschaft das Endspiel um die Verbandsmeisterschaft und verlor nur knapp im Südweststadion in Ludwigshafen. Immerhin wurde diese Mannschaft ein Aushängeschild für das sportliche Wollen und Können des SC Birkenfeld und eine Reise nach Dortmund bemühte die A-Jugendspieler für ihren hervorragenden und erfolgreichen Einsatz.
Die aktive erste Mannschaft stand der A-Jugendmannschaft jedoch keineswegs nach. 1960 konnte die Erste Mannschaft die Meisterschaft in der 2. Amateurliga Nahe erringen und zwar mit deutlichem Vorsprung vor dem alten Rivalen Fc 07 Idar. Obwohl sich die Mannschaft in den nachfolgenden Aufstiegsspielen tapfer schlug und ihren Gegnern durchaus ebenbürtig war, erreichte sie die höchste deutsche Amateurklasse nicht. Dies sollte jedoch erst im Jahre 1984 Wirklichkeit werden, aber davon später mehr.
Die Schaffung eines eigenen Platzes wurde unter solchen Umständen nun schlechthin unumgänglich. Ein einziger Platz für den Turnverein und den SC Birkenfeld musste auf die Dauer die Entfaltung beider Vereine behindern. Daher schritt der SC Birkenfeld nun endlich zur befreienden Tat. Auf der Feckweiler Haide bot sich ein Gelände, das teilweise von der Stadt Birkenfeld überlassen werden konnte und das zum anderen Teil käuflich erworben wurde. Nachdem der Sport-Club Eigentümer eines genügend großen Geländes geworden war, begann der Ausbau dieses Geländes zu einem ordentlichen und allen Anforderungen gewachsenen Spielfeld. Eine Fülle von Schwierigkeiten war zu überwinden. Es wurden dem Sport-Club jedoch zahlreiche Hilfen zuteil, die dankbar angenommen wurden. Dankbar sei auch an dieser Stelle erwähnt, dass amerikanische Soldaten mit ihren großen Räumgeräten die Einebnung des Platzes besorgten, finanzielle Unterstützung gewährten Stadt, Kreis und Land, eine nicht unerhebliche Summe wurde durch Spenden Birkenfelder Bürger aufgebracht und letztlich haben die Mitglieder in ungezählten Arbeitsstunden die nun einmal notwendigen Arbeiten verrichtet. Den Endausbau übernahm eine im Sportplatzbau erfahrene Firma aus dem Saarland und unter großer Anteilnahme der Birkenfelder Bevölkerung konnte im Rahmen einer Sportwerbewoche der in zweijähriger Arbeit fertiggestellte Platz am 30., 31. Juli und 01.August 1960 eingeweiht werden.

1961 – 1969 – sportliche Entwicklung und 50-jähriges Jubiläum

Auf eigenem Platz entwickelte sich nun ein reges sportliches Leben, was sich auf die Spielstärke und auf die Spielfreudigkeit der Mannschaften günstig auswirkte.
Es zeigte sich aber in den nachfolgenden Jahren, dass ein Sportheim unter allen Umständen geschaffen werden musste, damit die Spieler sich umkleiden und nach dem Spiel auch duschen konnte. Wenn auch die finanziellen Möglichkeiten des Sport-Clubs durch den Platzbau total erschöpft waren, wurde doch geplant und überlegt, wie ein Vereinsheim auf eigenem Gelände erstellt werden könnte. Und dieses Heim wurde erstellt. Es konnte 1967 in Betrieb genommen werden und beherbergte 3 Umkleidekabinen, 1 Wasch-- und Brauseanlage mit Ölheizung, Toilettenanlagen und einen Wirtschaftsbetrieb. Die Einweihung dieses Gebäudes wurde als die Krönung langjähriger aufopfernder Arbeit angesehen und alle Beteiligten waren stolz auf diese Leistung, die auch wieder durch die Opferbereitschaft der Mitglieder erreicht wurde. Dass aus den Mitteln des Goldenen Planes eine nicht geringe Summe zur Durchführung des Bauvorhabens bereitgestellt wurde, sei auch hier mit Dank und Anerkennung vermerkt.
Ein weiterer Schritt in der Entwicklung war ein notwendig gewordener Erweiterungsbau am vereinseigenen Heim, im Jahre 1968. Diese Erweiterung wurde fast ausschließlich in eigener Arbeit durchgeführt.
Zum 50-jährigen Vereinsjubiläum wurde vom 31. Mai bis zum 08. Juni 1969 eine Glanzvolle Festwoche mit zahlreichen Höhepunkten veranstaltet. Auf sportlichem Gebiet ist hier die Fußballbegegnung der Mannschaften Eintracht Frankfurt (Bundesliga) mit Borussia Neunkirchen (Regionalliga Südwest) sowie auf dem Unterhaltungssektor das Auftreten der damals bekanntesten deutschen Beat-Formation „The Lords“ zu nennen. Leider war bis auf den Sonntag, an dem das vorgenannte Hauptspiel stattfand, das Wetter derart miserabel, dass die Anstrengungen des Vereins mit seinen vielen Helfern nicht den verdienten klingelnden Lohn fanden. Der Verein kam finanziell gerade noch so über die Runden.

1970 – 1984 – Der Weg in die Oberliga

Sportlich gesehen spielte der SC Birkenfeld in der Bezirksliga Nahe eine durchaus starke Rolle, die Meisterschaft und somit der direkte Aufstieg blieb ihm wenn auch oft denkbar knapp vorerst versagt. Erst in der Spielsaison 1980/1981 konnte der SCB die Meisterschaft der Bezirksliga Nahe und damit den Aufstieg zur Verbandsliga Südwest feiern. Der damalige Trainer Guido Mey formte um Spielführer Gerd Pick eine spielstarke Mannschaft, die sich aus dem eigenen Nachwuchs und Talenten aus der näheren Umgebung zusammensetzte. Namen wie Jupp Johann, Holger Ossen, Gerald Klein, Ekkhard Schüßler, Klaus Schuch, Harry Heike, Uli Jahn und Hans-Jürgen Henn, um nur einige zu nennen, dürften auch heute noch ein Begriff sein. Es nimmt daher nicht Wunder, dass nach Ablauf der Saison 1983/1984 die engagierte Arbeit von Trainer Mey und die Spielbegeisterung der jungen Mannschaft mit der Meisterschaft der Verbandsliga Südwest und somit der Aufstieg zur Oberliga Südwest den verdienten Lohn fand.
Im ersten Jahr der Zugehörigkeit zur höchsten deutschen Amateurklasse wurde ein mehr als achtbarer 7. Rang erreicht, der in der Saison 1985/1986 mit einem 4. Tabellenplatz noch übertroffen wurde. Die Spielstärke unserer Oberliga-Elf wurde zudem dadurch dokumentiert, dass sie am 09.06.1985 gegen den späteren Südwestmeister Wormatia Worms in Bad Kreuznach durch einen 6:5-Erfolg nach Verlängerung und Elfmeterschießen Südwestpokalsieger werden konnte, was gleichzeitig auch berechtigte, an der DFB-Hauptpokalrunde teilzunehmen. Die Hoffnungen auf einen attraktiven Gegner aus der Bundesliga erfüllten sich leider nicht. Man musste dagegen am 25.08.1985 beim Oberligisten Erzgebirge Odenwald antreten und schied mit einem unglücklichen 1:2 aus dem laufenden Wettbewerb.
Nach dem Aufstieg der 1. Mannschaft des SC Birkenfeld in die höchste deutsche Amateurklasse im Jahre 1984 standen die Verantwortlichen des Vereins vor der schweren Aufgabe, als Auflage des Fußballverbandes innerhalb von zwei Jahren das Vorhandensein eines Rasenplatzes nachzuweisen, auf dem die Oberligaspiele ausgetragen werden können. Nach reiflicher Überlegung fasste der Vorstand den schwerwiegenden Entschluss, eine neue sportgerechte Anlage zu schaffen. Trotz Widrigkeiten mannigfaltiger Art gelang es den Verantwortlichen, allen voran Sportkamerad Robert Jahn sen. Als nimmermüde Antriebskraft, in relativ kurzer Zeit ein schmuckes Stadion zu errichten, auf das der Verein mit Recht stolz sein kann. Die Einweihung fand am 20. Juli 1986 mit einem Gastspiel des Deutschen Vizemeisters 1986 SV Werder Bremen statt. Eine reich bebilderte Festschrift legte Zeugnis über die enorme Leistung des Vereins mit seinen vielen freiwilligen Helfern ab.
Nach seinem 4. Tabellenplatz für die Saison 1986/1987 verließ Trainer Guido Mey den SCB und heuerte beim frisch gekürten Südwestmeister Eintracht Trier an. Der SC Birkenfeld hingegen verpflichtete mit Robert Jung einen zweitligaerfahrenen Trainer und erreichte auf Anhieb mit einem qualitativ verbesserten Kader einen hervorragenden 3. Tabellenplatz, obwohl schon damals insgeheim mit der Meisterschaft gerechnet wurde. Für die Spielzeit 1988/1989 wurde daher die Mannschaft nochmals verstärkt, um im zweiten Anlauf die Meisterschaft zu erzwingen, jedoch nach einer bitteren 1:5 Auswärtsniederlage am 16.11.1988 in Hamm konnte man alle diesbezüglichen Träume begraben. Die Mannschaft fiel anschließend auseinander und es reichte schließlich nur zu einem enttäuschenden 12. Tabellenrang. Um Januar 1989 konnte der SC Birkenfeld unter seinem Trainer Robert Jung Pokalsieger der Hallenrunde des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV) in Frankenthal werden. Dieser beendete kurz darauf seine Tätigkeit beim SCB und wurde vom bisherigen Trainer der 1b-Elf Andreas Klein ersetzt. In der folgenden Saison kam dann doch der befürchtete Absturz in die Verbandsliga Südwest.

1984 -1994 – Die Oberliga und ihre Begleiterscheinungen

Wie schon mehrfach ausgeführt – die Oberligaluft bekam dem damaligen Neuling SCB sehr gut. Bernd Schneider von der Nahe-Zeitung schrieb zuvor am 04.06.1984: „Oberligist werden ist nicht schwer – Oberligst sein hingegen sehr“. Mit diesen Worten sollte er nicht unrecht behalten.
Es gab zwar danach auch Schlagzeilen wie: „SCB – stärkster Oberliga-Aufsteiger aller Zeiten“. Wir waren als SCB-Verantwortliche uns schon dessen bewusst, dass es viele Hürden zu überwinden galt. Trotzdem sagten wir uns: Oberliga-Fußball in Birkenfeld, warum nicht? Ein schlimmeres Los als irgendwann einmal wieder abzusteigen kann uns ja nicht treffen. Diese Einstellung ist nach den heutigen Erfahrungen als falsch anzusehen. Weiß man doch heute, dass ein solcher Abstieg meistens ein tiefer Fall durch mehrere Klassen mit sich bringt.
Aber zurück zu den Fakten. Es wurden insgesamt 6 Oberliga-Jahre. Nach 3 Jahren stand der geschäftsführende Vorstand vor der Entscheidung: Entweder die spielstarke Oberligaformation weiter zu verstärken und zu stabilisieren, den Versuch zu wagen, bei der Vergabe der Meisterschaft entscheidend mitzureden, das hieße auch Meisterschaft, Aufstiegsrunde, möglicher Aufstieg und daraus würde resultieren, weitere technische Verbesserungen der Sportanlagen. Hier war aber vorrangig auch die Absicht mit dem Aufstieg die zur Verfügung stehenden Gelder aus den Töpfen „Lotto-Toto-Fernsehen“ zu realisieren. Die andere Möglichkeit war, sich von der halben Mannschaft zu trennen und den Versuch des Klassenerhalts zu bewerkstelligen. Wir hatten uns für die erste Variante entschieden, das bedeutete: Oberliga-Kader erhalten, bzw. noch verstärken. Robert Jung wurde Trainer. Wir glaubten, er könne Harmonie aufbauen und gleichzeitig den Willen zum Sieg und eine stärkere Konstitution für ein gestecktes Saisonziel ausarbeiten. Wir ließen hier außer acht, dass es meistens nicht so läuft wie es trotz guter Prognosen aussieht. Die Spieler waren sich zwar der sportlichen Aufgaben und des abgesteckten Ziels bewusst. Allerdings kämpften einige stärker für ihre Aufwandsentschädigung als auf dem Rasenfeld um den Sieg. Wir mussten feststellen, dass einigen Spielern das hohe sportliche Ziel nicht in ihre Zukunftspläne passte, augenscheinlich steuerten einige gegen Trainer und Vorstand. Es gab unnötige Spielverluste und damit verbunden war ein Abrutschen in der Tabelle. Daraufhin zogen sich auch Sponsoren zurück. Der Verein sah sich absteigenden Tendenzen gegenübergestellt. Hinzu kam in dieser Phase, dass viele schon immer da gewesene Neider alles daran setzten, auf jede Art dem Sportclub zu schaden. Als weitere Folge dieser Entwicklung gingen dann die Zuschauerzahlen stark zurück. Eine unterstützende Presse blieb aus – im Gegenteil!
Als weitere schwierige Parallele zu den bereits bestehenden Problemen drückten uns doch die Darlehenskosten für den Stadionbau ganz erheblich. Die finanziellen Möglichkeiten des Vereins wurden hierdurch sehr eingeengt. Die versprochene Übernahme des Stadions durch die Kommune blieb aus, die Mithilfe zur Bewältigung der Unterhaltungskosten verlief sehr schleppend (übrigens ein scheinbar nie endender Prozess).
Eine sehr schwierige Phase im Vereinsleben des Sportclubs kündigte sich an. Der Oberligaabstieg war nicht mehr abzuwenden. Viele Verantwortliche zogen sich zurück, doch etliche treue SCB-Kämpfer standen dem tiefen Fall des SCB unerschrocken entgegen. Sie waren sich der Schwere der kommenden Jahre bewusst und kämpften mit hohem persönlichem Einsatz für eine Normalisierung und Neugestaltung des zukünftigen sportlichen und familiären Vereinsgeschehens. Diesen wackeren Leuten gilt der Dank zum heutigen Zeitpunkt. Sie haben die Schranken gewiesen mit der Empfehlung, ihre eigenen Praktiken zu überdenken und wieder auf die Ebene „Fairplay“ zurückzukehren.
Wir blicken zurück auf sportliche Erfolge, auch auf Tiefen verbunden mit eigenen Fehlern. Aber trotz allem hatten wir dem Birkenfelder Raum eine fußballerisch starke Aufwärtsentwicklung mit beschert, die zwar von vielen verkannt wurde und noch immer wird.
Trotzdem erinnern sich viele und wir uns auch gerne an die Oberligajahre unseres SC Birkenfeld zurück. Unsere SCB-Mannschaft schlug in diesen Jahren Profi-Mannschaften aus dem In- und Ausland, z.B. den 1. FC Kaiserslautern, Kickers Offenbach, Arminka Bielefeld, Sparta Prag, Heart of Midlothian, um nur einige zu nennen.
Eine weitere in der Vergangenheit sehr erfolgreiche Aktiven-Mannschaft des Vereins, die 1b-Elf, darf hier nicht ungenannt bleiben und verdient lobende Erwähnung. Von der C-Klasse West als Meister der Saison 1983/1984 in die B-Klasse aufgestiegen, konnte dieses Kunststück mit dem Aufstieg in die A-Klasse Nahe-West nach Beendigung der Spielzeit 1986/1987 erneut gefeiert werden. In dem darauf folgenden Spieljahr 1987/1988 konnte die Mannschaft sogar mit 11 Punkten Vorsprung vor dem SV Niederwörresbach und dem Tus Rhaunen Meister dieser Klasse werden und in die Bezirksliga Nahe aufsteigen. Ein 4. Tabellenplatz nach Beendigung der Saison 1988/1989 berechtigte zur Eingliederung in die neu gegründete Landesliga West. Aus finanziellen Gründen konnte die notwendige Spielstärke der 1b-Elf nicht gehalten werden und so war denn auch der sofortige Abstieg 1898/1990 in die Bezirksliga Nahe und 1990/1991 in die A-Klasse Nahe West vorauszusehen.
Nachdem am 12. Juni 1993 der Grundstein für ein dringend benötigtes neues Clubhaus des SC Birkenfeld gelegt wurde, konnte die umfangreiche Baumaßnahme nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit abgeschlossen werden, das Restaurant am „Am Stadion“ am 01. Juli 1994 eröffnet werden. Wie bereits beim Bau des Sportlerheims auf der Feckweiler Haide im Jahre 1966 und den notwendigen Anbauten in den folgenden Jahren sowie dem Bau der Sportanlage „Stadion am Berg“ war Sportkamerad Robert Jahn sen. Die treibende Kraft. Es kann ohne Übertreibung die Feststellung getroffen werden, dass ohne das beispielhafte Wirken von Sportkamerad Jahn das Stadion sowie das neue Clubhaus bis heute nicht verwirklicht worden wären. Allein dafür gebührt ihm ausdrücklich Dank.
Von der Planung eines Clubhauses an der Brückener Straße (Oldenburg Kaserne) im Jahre 1928 bis zur Vollendung des Clubhauses des SC Birkenfeld 1919 am Stadion im Jubiläumsjahr 1994 wird.


Quellen: Chronik 75 Jahre SC Birkenfeld, Chronik 25 Jahre Förderkreis Birkenfelder Fußball
Texte(leicht abgeändert): O.H. Simon, Dieter Jahn